Auerhammer klar auf der Verliererstraße – und holt einen Punkt!
SV Saxonia Bernsbach - SV Auerhammer 4 : 4 (2:1)
Müller, Schmutzler, S.Bartsch (61. Lang), Le, Vieweg (79. Bialowons), Albani, Bochmann, Reinhold, Weidauer, Richter, Lorenz
Tore: 0:1 Richter (5.), 1:1 Junghans (19.), 2:1 Waldmann (38.), 3:1 Junghans (60.),
4:1 Waldmann (77.), 4:2/4:3/4:4 Schmutzler (79./87./90.+3)
gelbe Karten: Bernsbach (2) / Auerhammer (Albani)
Schiedsrichter: Kunze (Stollberg) – Fasold (Mitteldorf), Leistner (Neuoelsnitz)
Trotz des spektakulären Verlaufs in den Schlussminuten soll die Berichterstattung mit Spielbeginn starten.
Bernsbach begann das Spiel energisch in Richtung Auerhammertor. Die Abwehr des SVA um Jan Schmutzler musste nach Ordnung in ihren Reihen suchen und fand diese letztlich. Auch Torwart Georg Müller war gezwungen einige Male mit Einsatz einzugreifen und tat dies sicher. Dann, nach fünf Minuten, überraschend das Tor für Auerhammer. Einen Freistoß von Martin Weidauer bugsiert Paul Richter „mit links“ vom rechten Pfosten über Torwart Teumer hoch am linken Pfosten ins Tor. Eine 1:0-Führung des SVA hat es zum letzten Mal am 11.März gegen Affalter gegeben. Eine gute Voraussetzung für einen Punktgewinn beim Tabellennachbarn? Sogar das 2:0 war möglich als Robby Lorenz voll Risiko, seitlich allein vor dem Tor, den Ball über die Latte schießt (18.).
Nur eine Minute darauf fällt der Ausgleich. Waldmann ist im Mittelfeld nicht zu stoppen und er steckt den Ball durch die Auerhammerabwehr auf seinen Teamkollegen Junghans. Der lässt Müller keine Chance.
Junghans, Heinrich und vor allen Waldmann waren die treibenden Kräfte der Saxonia. Waldmann, den Auerhammer nie so richtig in den Griff bekam, ist dann auch der Schütze des Führungstores der Platzbesitzer. Die Vorarbeit leistet Heinrich. Bei Auerhammer konnten Bälle in Richtung eigenen Angriff vorn kaum festgemacht werden. So übte Bernsbach bis zum Pausenpfiff weiter Druck aus, ein weiteres Tor konnte der SVA jedoch verhindern.
Nicht mutlos und mit Zuversicht kam Auerhammer aus der Kabine. Doch schon die große Chance für Bernsbach drei Minuten nach Wiederbeginn zeigte, wer das Heft des Handelns in die Hände nahm. Da gelang Schieck, allein acht Meter vor dem Müllertor, der Ausbau der Führung noch nicht. Die erfolgte in der 60.Minute nach einer hohen Eingabe von der Seite. Müller kommt zwar aus seinem Tor, greift aber nicht rigoros ein. Vor ihm befördert wieder Junghans den Ball mit dem Kopf über die Linie.
Da sackten die Schultern einiger Auerhammerspieler deutlich nach unten. Die Bewegung in den Reihen des SVA, zuvor schon nicht überdimensional, nahm noch sichtbar ab. Richter war vorn ganz allein auf sich gestellt, manchmal unterstützte ihn der 42-jährige Silvio Albani! So richtiger Zug nach dem Bernsbacher Tor war nicht zu erkennen. Eine gute Torchance erhält Richter noch nach Vorarbeit von Schmutzler, die Torwart Teumer aber zunichte macht (71.).
Das 4:1 für Bernsbach erzielt der immer präsente Waldmann. Er lässt Benjamin Le und Marc Reinhold einfach stehen und umspielt auch noch Torwart Müller. Das Spiel war gelaufen.
Dass es letztlich nicht so war, ist nicht unbedingt einem „Aufbäumen“ des SVA zu danken. Da spielten glückliche Umstände, Fehler der Bernsbacher und natürlich ein überragender Einsatz von Jan Schmutzler bei Auerhammer eine Rolle. Drei hohe Bälle vor das Bernsbacher Tor, einen Freistoß, eine Ecke und eine Eingabe köpft er in die Maschen. Und das in letzten Spielminuten. Sein erstes Tor bedeutet Resultatsverbesserung. Sein zweites Tor lässt Trainer Lippold über die eigen Fehler bei den Gegentoren schimpfen. Beim dritten Tor, dem Ausgleich, hatte der gute Schiri schon drei Finger für die Nachspielzeit gehoben und auch die Mannschaft war längst für „Alles oder Nichts“ motiviert und kämpfte um diesen Punkt.
Nach dem lupenreinen Hattrick des Kapitäns gratulierte ich Großvater Rudi Schmutzler (mit ihm spielte ich noch bei den Männern des SVA zusammen) für so einen tollen Enkel. „Der ist nicht immer so.“, war seine lakonische Antwort. Aber stolz war er bestimmt trotzdem.